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Claudia Knauer: Leitartikel – Alternativlos geht nicht
Die unbemerkte demokratische Revolution: Island lässt Bürger Verfassung schreiben.
Ubernommen von:
http://schreuder.at/2010/11/29/die-unbemerkte-demokratische-revolution-island-lasst-burger-verfassung-schreiben/

Stell dir vor ein Land geht radikal neue demokratische Weg und für unsere Medien ist es nur eine kleine Randnotiz . Ich möchte Islands Verfassungsreform hier aufs Podium stellen. Denn ich glaube, dass in Island diese Tage eine demokratiepolitische Revolution passiert!
- Anfang November versammelten sich 1000 Isländer und Isländerinnen, die demographisch ausgewogen ausgewählt wurden. Diese konnten ihre Wünsche, Ideen und Anliegen an eine neue Verfassung artikulieren. Dieses Dokument dient als Basis für Schritt zwei.
- Ein Verfassungskonvent wurde Samstag gewählt. In diesen Konvent werden rund 30 Personen gewählt. Wahlberechtigt war das Volk. Kandidieren durfte quasi jede und jeder. Einzige Ausnahme: Inhaber_innen politischer Ämter durften NICHT kandidieren. Man stelle sich vor…
- Dieser Konvent arbeitet eine neue Verfassung aus und diese wird einer Volksabstimmung zugeführt.
Foto: Reykjavík, fotografiert von mir 2009
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20. Juli 2012 - von Claudia Knauer
Immer wenn die Regierenden sich mit dem Rücken an der Wand fühlen, machen sie geltend, dass eine Entscheidung alternativlos ist. Das ist in sich schon einmal falsch. Zu jeder Entscheidung gibt es eine Alternative und es sei nur die, die Entscheidung nicht zu fällen. Ob das klug ist, ist in diesem Zusammenhang nicht wichtig, denn es geht darum, dass es immer eine andere Handlungsmöglichkeit gibt und geben muss, sonst ist unsere Demokratie am Ende. Sie lebt grundlegend vom Wechsel, vom alternativen Angebot. Deshalb ist in einer Demokratie die Opposition von solch hoher Bedeutung. Sie muss die Wechselmöglichkeit anbieten.Das gilt auch für Dänemark mit seiner konsensorientierten Politik. Die Tatsache, dass in wichtigen Politikfeldern eine möglichst breite Mehrheit angestrebt wird, ändert daran nichts. Auch hier muss mit für den Wähler sichtbaren Alternativen um den besten Weg gerungen werden.
In dieser Situation hat die Einheitsliste es derzeit schwer. Die bürgerliche Opposition übt sich in vornehmer Zurückhaltung und die Einheitsliste als Unterstützerpartei der Mitte-Links-Regierung ist keine eigentliche Opposition. Sie muss aber ihre eigene Politik präsentieren und will nicht als Stimmvieh der Regierung abgelegt werden. Im Ringen um ihr neues Grundsatzprogramm ist deshalb die Revolution wieder ins Gespräch gekommen. Unblutig natürlich und am Vorbild Islands orientiert, wie der Fraktionsvorsitzende Per Clausen vehement unterstreicht.
Die Einheitsliste will die Gesellschaft radikal umgestalten – das ist eine Alternative. Der Wähler muss sie selbstverständlich nicht gutheißen. Aber es gibt sie wenigstens. Genauso wichtig ist eine Alternative vom anderen Ende des politischen Spektrums, von Dansk Folkeparti.
Wahlen, ohne die Wahl zu haben, schaden unserem politischen System. Deshalb haben auch die Revolutionsgedanken der Einheitsliste ihren grundsätzlichen Platz. Es gibt ja die Wahl.
Veröffentlicht unter: Activism, Edukation, EU, resistance · Etiketten: Dänemark, Dansk Folkeparti, Demokratie, Per Clausen, Politik











G e o r g e O r w e l l
"The sin of nearly all left-wingers from 1933 onwards is that they have wanted to be anti-Fascist without being anti-totalitarian."
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Höchste Zeit für die Gründung einer Antitot-Bewegung!