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Die neuen Gesichter im Club Bilderberg
31. Mai 2012
Peter Andreas Thiel
Im Westfields-Marriott-Hotel in Chantilly bei Washington lief in den vergangenen Tagen alles auf Hochtouren, um einen reibungslosen Ablauf der Bilderberg-Konferenz zu garantieren, die hier am letzten Maitag beginnt. Anreisende, die nicht zur Konferenz geladen waren, hatten diesmal sogar noch früher als bisher keinen Zutritt mehr zum Hotel, Buchungen wurden storniert, Gäste in andere Hotels transferiert. Bilderberg selbst könnte sich gegenwärtig an einem Wendepunkt befinden, was auch mit der neuen Generation der Teilnehmer zusammenhängt. Grund genug, einmal einen Blick auf wesentliche Veränderungen im Lenkungsausschuss zu werfen.
Nun hat sie begonnen, die Bilderberg-Konferenz 2012, diesmal vor den Toren Washingtons, im Westfields-Marriott-Hotel, Chantilly, Virginia. Kein unbekannter Tagungsort für Bilderberger, zumindest nicht für jene, die das Treffen regelmäßig frequentieren. Bereits zweimal zuvor hatte sich die Globalisierungselite dort versammelt – in den Jahren 2002 und 2008. Der Umschwung der öffentlichen Berichterstattung direkt nach den Konferenzen belegt den direkten Einfluss der hinter verschlossenen Türen getroffenen Absprachen auch hinsichtlich der Medienwelt sehr deutlich. Kurz nach Bilderberg 2002 begann die Jagd auf Saddam Hussein; zur Jahresmitte ließen die Medien Osama bin Laden bekanntlich allesamt fallen wie eine heiße Kartoffel, von unsichtbarer Hand perfekt synchronisiert. Das hätte eigentlich schon damals jeder mit einer gewissen Verwunderung zur Kenntnis nehmen müssen.
In der vergangenen Dekade, jenem denkwürdigen Jahrzehnt seit den Anschlägen vom 11. September, hat sich viel ereignet. Bilderberg hat entgegen der offiziellen Darstellung wieder effektiv Einfluss auf die Welt genommen. Doch auch in der Bilderberg-Gruppe selbst gibt es sehr aktuelle Veränderungen, die sich im nächsten Jahrzehnt mit Gewissheit auf uns alle auswirken werden. Bedingt wird dies sowohl durch den Wechsel im Vorsitz und die nun erfolgten Änderungen innerhalb der Kerngruppe, des Lenkungsausschusses von Bilderberg. Hier tritt eine neue Generation ans Ruder und sie wird von langjährigen Bilderberg-Kennern mit Argwohn betrachtet. Denn mit ihr werden neue und möglicherweise in so mancher Hinsicht noch bedrohlichere Denkweisen ins Spiel gebracht.
Im vergangenen Jahr wurde der belgische Politiker und Unternehmer Vicomte Étienne Davignon von seinem Amt als Vorsitzender der Bilderberg-Konferenz abgelöst, das er seit dem Jahr 2005 bekleidete. Sein Nachfolger ist nunmehr Henri de La Croix de Castries, Vorstandschef des französischen AXA-Versicherungskonzerns. Auch er ist kein Bilderberg-Neuling, sondern nahm bereits rund zehnmal an den Treffen teil. Davignon trat in jenem Kreis seinerseits schon seit dem Jahr 1974 in Erscheinung. Er zählt zum Urgestein von Bilderberg, das mittlerweile allerdings doch zu sehr in die Jahre gekommen ist – man muss hier natürlich vor allem an den 1915 geborenen David Rockefeller denken, ebenso an Henry Kissinger, der am 27. Mai seinen 89. Geburtstag feierte. Étienne Davignon wird im Oktober immerhin bereits 80 Jahre alt. Wie weit die teils gegen ihn erhobenen schweren Vorwürfe der Pädophilie und einer Rolle im Kontext mit dem tatsächlichen Hintergrund des Falls Dutroux belegbar sind, bleibt umstritten.
Entscheidend für das neue Bild von Bilderberg werden in den kommenden Jahren wohl die Veränderungen direkt im Lenkungsausschuss der Konferenzen sein. Auffallend ist hier über die Jahre unter anderem der erhöhte US-Anteil an der Gesamtgruppe. Gegenwärtig zählen drei Repräsentanten Deutschlands zu diesem Ausschuss, der sich aus insgesamt 33 Personen konstituiert. Diese drei Repräsentanten sind Josef Ackermann (Deutsche Bank AG), Thomas Enders (Airbus) sowie Matthias Naß (Zeit). Damit haben wir also auch einen hohen deutschen Medienvertreter im inneren Zirkel.
In Deutschland geboren, aber als US-Mitglied gelistet: Peter Andreas Thiel. Als er gerade einmal ein Jahr alt war, wanderten seine Eltern von Frankfurt in die USA aus, wo Thiel später eine schwindelerregende Karriere gelingen sollte. Nach dem Jura- und Philosophiestudium war Thiel zunächst erfolgreich als Anwalt tätig, um anschließend durch seine Beteiligung an PayPal ein beachtliches Vermögen zu verdienen. Er gilt auch als der »Milliardär, ohne den es Facebook nicht gäbe«. Als Hedgefonds-Manager stieg Thiel in die oberen Etagen der Hochfinanz auf.
Auch als Schachspieler machte er sich einen Namen. Auf dem Schachbrett der Welt dürfte Thiel nunmehr ebenfalls eine zunehmend entscheidende Rolle spielen.
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G e o r g e O r w e l l
"The sin of nearly all left-wingers from 1933 onwards is that they have wanted to be anti-Fascist without being anti-totalitarian."
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Höchste Zeit für die Gründung einer Antitot-Bewegung!